Schwiegersohn in spe Nr. 1 – Finale

Der Brief mit den Fahrzeugpapieren an den Mittlerweile-Ex wird natürlich nicht abgeschickt. Ich mache mir eine gedankliche Notiz, wegen der geliehenen 1000 EUR in einem Jahr nachzufragen. Bis dahin sollte D. sich hoffentlich von seinem Liebeskummer erholt und einen Job gefunden haben.

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Ein Jahr später. Ich schreibe ein E-Mail an D., frage nach, wie es ihm geht und ob er mit der Rückzahlung beginnen kann. Die Antwort kommt sofort. D. hat die Trennung nicht verkraftet, ist in Depressionen verfallen und hat sogar versucht, sich umzubringen, ist inzwischen 100% arbeitsunfähig. An eine Rückzahlung des Kredits ist nicht zu denken.

Ob das alles wahr ist, weiss ich nicht, das Gegenteil kann ich schlecht beweisen, und ich habe auch keine Lust, mich weiter mit dieser Geschichte zu belasten, also teile ich ihm mit, dass ich auf die Rückzahlung verzichte und ihm für die Zukunft alles Gute wünsche.

Fazit:

Kosten von ca. 5000 CHF. Dennoch hätte es schlimmer kommen können. Wäre meine Tochter mit D. zusammengeblieben, hätte ich ihm wohl das Auto überlassen und ich bin mir fast sicher, dass ich ihn dauerhaft hätte unterstützen müssen, oder – noch schlimmer – irgendwann wäre meine Tochter für ihn aufgekommen.

D. hat einiges durchgemacht in seinem Leben, und das tut mir sehr leid. Allerdings kann sein schweres Schicksal kein Freibrief dafür sein, sich von anderen Menschen aushalten zu lassen. Ich würde niemals auf die Idee kommen, buchstäblich ohne einen Rappen in der Tasche eine Reise über den grossen Teich anzutreten, in der Hoffnung, dass schon irgendjemand für mich aufkommen wird!

Ende gut, alles gut?

Nicht ganz. Denn noch während Superschnorrer #1 uns beschäftigte, war Superschnorrer #2 bereits in unser Leben getreten.